e premte, 20 korrik 2007

Lächerlich: Waffeneinsatz bei österreichischen Abfangjägern

Ich glaub mich knutscht ein Elch! Die nun mehr oder wenige endgültige Entscheidung zur Frage des Abschusses eines zivilen Luftfahrzeuges bei drohender Terrorgefahr lautet: Letztentscheidung beim Piloten, nachdem dieser eine „Freigabe des Waffengebrauchs“ erhält. Details siehe: http://derstandard.at/?id=2966673 oder http://www.orf.at/070720-14650/index.html.

Das kam heraus nachdem sich Verteidigungsminister (Darabos) und Innenminister (Platter) tagelang den schwarzen Peter gegenseitig zugeschoben haben. Das kann doch nicht deren Ernst sein? Eine Entscheidung mit solcher Tragweite einfach dem „untersten Glied“, dem Piloten zuzusprechen. Diesem wird dann praktisch gesagt: „Wennst magst, schieß den Flieger ab aber komm dann ja ned zu uns und heul dich aus“. Die Entscheidung über einen Abschuß sollte dann aber nun wirklich bei einem unserer gut bezahlten Minister liegen, oder soll der Pilot in dieser Situation – die er ja „lustigerweise“ absolut nicht beurteilen kann, denn er sieht nur ein Flugzeug vor sich und ist sonst auf den Funkverkehr abhängig - entsprechend zur Verantwortung gezogen werden?

Wie einfach kann man es sich eigentlich machen? Besteht unsere Regierung tatsächlich nur aus Hampelmännern? Ist das eigentlich zu fassen? Jedes mal bei solchen Absurditätsgeburten glaubt man, dicker kann es nicht kommen und trotzdem wird man ständig Zeuge einer neuen Steigerung an Dummheit, Ignoranz und Unvermögen.

e enjte, 19 korrik 2007

Buch-Review: Hape Kerkeling – „Ich bin dann mal weg“

In seinem neuen Buch berichtet der deutsche Komiker Hape (Hans-Peter) Kerkeling über seine Pilgerreise auf dem Jakobsweg, die in mehrere Wochen lang quer durch Spanien führte.

Wieso habe ich mir dieses Buch überhaupt zugelegt? Nun, ich bin zwar nicht religiös/gläubig - ganz im Gegenteil - aber die Thematik finde ich trotzdem interessant, nämlich, dass man diese enormen Strapazen wochenlangen Marschierens auf sich nimmt, um sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Ein zweiter Grund ist, dass ich Kerkeling als Komiker und Mensch schätze, er ist einer der wenigen prominenten deutschen Entertainer die mit Natürlichkeit und einer gewissen Ehrlichkeit überzeugen, abgesehen davon kann ich schlicht und einfach über ihn lachen.

Erwartet habe ich mir daher ein unterhaltsames, teilweise lustiges Buch, dass aber gleichzeitig sehr informativ und vielleicht sogar ein bisschen philosophisch ist. Und um es Vorweg zu nehmen: genau diese Erwartungen wurden praktisch zur Gänze erfüllt.

Kerkeling schildert seine Reise in Form eines Tagebuches den größten Teil der Reise über sehr detailliert. Gegen Ende der Pilgerreise jedoch, geht dieser Hang zum Detail leider verloren, da er – wie er selber sagt - kaum mehr zum Schreiben kommt.

Anfangs berichtet er noch eher trocken (aber nur selten langweilig) über die ersten Etappen seiner Reise, die ihn von Frankreich aus, genauer gesagt beginnend von Saint-Jean-Pied-de-Port, über die Pyrenäen nach Spanien führt. Man merkt, dass er auch erst selber mit dieser doch ungewohnten Situation klarkommen und sich mit ihr anfreunden muss. Leider erfährt man nur wenig über seine Beweggründe, sich nach Santiago de Compostela aufzumachen. Amüsant sind trotzdem seine Wehklagen über die streikenden Beine und wie ehrlich er über seinen Gefühlszustand dabei spricht. Er bezeichnet sich dabei selbst gerne als „Grantler“ und spielt des Öfteren mit dem Gedanken die ganze Sache früh hinzuschmeißen.

Bald lockert er auf und obwohl er einige Etappen mit Bus bzw. Zug zurücklegt, verbessert sich seine Kondition und er schafft es immer leichter sein Tagespensum einzuhalten. Das wirkt sich auch auf das Buch aus, er erlebt teilweise aberwitzige Situationen und versteht es auch sie für den Leser lustig aufzubereiten. Man kommt dann oft seitenweise nicht aus dem Lachen heraus. Insbesondere seine Begegnungen mit anderen – teilweise wirklich durchgeknallten – Pilgern sorgen für Heiterkeit. Er lernt aber auch viele sympathische Weggefährten (hauptsächlich Frauen) kennen, die im die Reise auch sichtlich erleichtern. Zwei davon (eine Engländerin und eine Neuseeländerin) begleiten ihn auch bis zum Ende der Reise.

Man erfährt viel über die durchreisten Städte und Dörfer, es gelingt Kerkeling meist ein sehr plastisches Bild seiner Eindrücke zu schildern. Oft hat man das Gefühl, ihn wirklich bei seiner Reise zu begleiten. Sehr gekonnt mischt er Komik mit Information, Abenteuer und seine eigenen - oft philosophischen – Gedanken. Das sorgt für Abwechslung und es kommt nur ganz selten, und wenn dann nur am ganz am Anfang und Ende des Buches, so etwas wie Langeweile auf.

Keineswegs verpackt Kerkeling allzu viel Autobiographisches in seinen Text. An manchen Stellen erzählt er uns etwas über sein Leben, dann aber meist interessant, passend und ohne es dem Leser aufdrängen zu wollen. Was er uns also „verkaufen“ will, sind seine Eindrücke über die Reise und die Reise selbst aber nicht seine Person an sich. Da könnten sich wohl manche ein Beispiel nehmen. An manchen Stellen driftet er für meinen Geschmack zu sehr ins Religiöse ab (er selbst schreibt sich übrigens hauptsächlich dem Buddhismus zu), das ist bei dieser Thematik aber wahrscheinlich nicht zu vermeiden ;)

Als Fazit bleibt mir aber nur dieses Buch an alle zu empfehlen, die sich nur einen Funken für diese Reise interessieren und die im Idealfall dabei noch viel lachen möchten. Mich selbst hat das Buch jedenfalls auf den Geschmack gebracht, vielleicht probiere ich es ja selber mal!


4,5/5 Punkte

e martë, 17 korrik 2007

Kino-Review: „Stirb langsam 4.0“

Das wurde aber auch Zeit! Nach 12 Jahren gibt es endlich den viertel Teil des Actionspektakels. Und gleich vorweg: mich hat der neue, etwas gealterte Bruce Willis keineswegs enttäuscht – ganz im Gegenteil.

Als John McClane muss er mal wieder Amerika retten (was aber nicht anders zu erwarten, schließlich braucht man eine Grundlage für ein zweistündiges Action-Feuerwerk), und zwar vor Thomas Gabriel, einem schwer beleidigten aber ausgefuchsten Computerhacker inklusive Mini-Armee. Gespielt wird der Bösewicht von Timothy Olyphant, der abgesehen von einem Mangel an unterschiedlichen Gesichtsausdrücken durchaus überzeugt.

Wie auch im dritten Teil erhält McClane bei seinen Heldentaten unfreiwillige Unterstützung, und zwar von einem jungen Hacker namens Matt Farrel (gespielt von Justin Long). Den Vergleich zum genialen Samuel L. Jackson erspar ich mir aber an dieser Stelle, das wäre nicht fair J

Zur Story möchte ich mich gar nicht näher auslassen, so viel gibt die dann nämlich auch nicht her. Die Bedrohung durch einen Computerangriff auf allen Ebenen ist dennoch gut gewählt, auch wenn die Idee natürlich nicht neu ist. Die knappen Dialoge und wüsten Beschimpfungen McClanes erinnern natürlich wieder an die früheren Filme, erzielen aber ihre Wirkung und sorgen immer wieder für Schmunzler und Lacher. Amüsant ist an dieser Stelle auch die Nebenrolle von Silent Bob (Kevin Smith), als Warlock der als weiterer Hacker und Star Wars Fanatiker brilliert.

Die Actionszenen überzeugen dank moderner Technik. Ob McClane nun mit einem Auto einen Hubschrauber „abschießt“, sich in einem Truck mit einer F-35 duelliert oder mit einem Jeep durch Büroräume fegt, alles hat Hand und Fuß und lässt - trotz teils grenzenloser Übertreibung – öfter mal die Kinnlade runtersacken.

Der Film hat meine Erwartungen (zwei Stunden Unterhaltung¸ Spannung und Action) jedenfalls mehr als erfüllt und passt nahtlos in das Konzept der ersten drei Teile, hat aber im Gegensatz zu beinahe jährlichen Fortsetzungen (Spiderman, Shrek, Fluch der Karibik, etc.) den Vorteil der langen Pause zum Vorgänger. Und sogar meiner Freundin (die die ersten drei Filme nicht kennt!) hat’s gefallen, also ein voller Erfolg ;)

4/5 Punkte

e hënë, 16 korrik 2007

Warum man PC-Spiele besser nicht per Download kauft…

In einem kurzen Moment der Langeweile und vom aktuellen GameStar-Video auf den Geschmack gebracht wollte ich mir Loki kaufen. Nachdem dieses aber dank der tollen Auswahl und Aktualität (haha!) zweier Libro-Filialen nicht zu finden war (beim Saturn hatte ich es schon eine Woche zuvor gesehen…) hatte ich die Idee erstmals ein Spiel per Download zu kaufen. Für ein gutes Spiel bin ich nämlich gerne bereit auch etwas zu zahlen und es eben nicht irgendwo illegal herunterzuladen.

Auf der offiziellen Loki-Homepage wurde ich dann auch schnell fündig, dort prangte nämlich gleich auf der Startseite sehr prominent ein Button der zu Gamesplanet.com führte, wo Loki eben online käuflich zu erwerben ist. Das funktionierte dann mit Kreditkarte auch recht flott, selbst der insgesamt 5GB-Download war trotz einer fehlerhaften 1GB-Datei nach ca. 2 Stunden erledigt und los ging’s mit der Installation. Der Preis hingegen entspricht genau der normalen Variante aus dem Geschäft, obwohl keine Kosten für Verpackung, gedrucktes Handbuch, Logistik etc. anfallen…eigentlich ein Witz. Eine Preisreduktion von mindestens fünf Euro würde man sich schon – zu Recht – erwarten.

Man erhält übrigens ähnlich wie bei einem normal gekauften PC-Spiel einen Key mit dem sich das Spiel (maximal 3mal) installieren lässt. Auch hier ist also eine Art Kopierschutz integriert. Nach der Installation des Spiels musste dann noch ein Treiber (!?) installiert werden und nach einem Neustart konnte man dann auch endlich loslegen…

Funktionierte dann auch gleich und bis auf den Preis und die fehlende Verpackung etc. hielten sich die Nachteile in Grenzen (sollte es aber nicht eigentlich Vorteile geben?..), aber zu früh „gefreut“! Da es sich bei Loki nämlich wieder einmal um ein Spiel handelt, welches extrem unausgereift und fehlerbehaftet auf den Markt kam, wurden sehr bald mehrere Patches veröffentlicht, die Fehler beseitigen und die Balance verbessern sollten. Nur (!) ließen sich diese Patches zwar bei der Onlinekauf-Version installieren, aber mit Spielen war’s dann vorbei. Die Patches schalten nämlich wieder die Original-DVD-Abfrage ein und eine solche besitzt man als Download-Käufer ja nun mal nicht. Nach einem Blick ins offizielle Forum, war dann auch schnell klar, dass man nicht der Einzige mit diesem Problem ist. Die Patches sind nur für die CD/DVD-Version, für die Download-Version gibt es noch keine und zurückpatchen ist nicht…also neu installieren und mit der halbfertigen Urversion spielen. GRRR.

Inzwischen ist das Spiel seit mehreren Wochen heraußen und noch immer gibt es keinen Patch für die Download-Version. Von Seiten des Spieleherstellers ist man sich keiner Schuld bewusst und man wird vor dem Download-Kauf gewarnt und aufgefordert das Spiel im Geschäft oder beim Online-Händler zu kaufen, auf der Startseite findet sich trotzdem noch der besagte Link. Es heißt, der Patch sei bereits an Gamesplanet und Co. weitergeleitet und muss dort angepasst werden, das scheint aber nicht zu passieren. Der Gamesplanet-Kundensupport verspricht, dass der entsprechende Patch auf ihrer Webseite veröffentlicht wird, seit Tagen herrscht im Support-Bereich aber gähnende Leere. Und vor allem: es wird noch weitere Patches geben, soll man dann immer vier Wochen warten, bis man als diesen gnadenhalber auch bekommt? In der Zwischenzeit ist man als Draufgabe auch noch von der Online-Mutiplayerplattform ausgeschlossen, denn die fordert die neueste Version des Spiels. Zum Kotzen!

Nach meinem Auftritt als Versuchskaninchen kann also nur ausdrücklich davor warnen, Spiele per Download zu kaufen. Es bringt weder preisliche noch sonstige Vorteile und im Falle von Patchsupport und ähnlichen Anliegen ist man aufgeschmissen; man wird sogar noch schief angeschaut und dafür gerügt, dass man überhaupt auf die Idee kommt, sich das Spiel auf diese Weise anzuschaffen. Und dann wundert man sich bei den entsprechenden Firmen noch, wenn man sich das nächste Produkt runterlädt ohne zu zahlen…

e mërkurë, 4 korrik 2007

Big Platter is watching you...

Wie heute und auch schon die letzten Tage öfter zu lesen war (z.B. unter http://derstandard.at/?url=/?id=2945696) will sich also unser lieber Innenminister Platter, zur Verbrechens- und Terrorbekämpfung der selben Methoden bedienen dürfen wie seine "Konkurrenz", die Kriminellen. Konkret spricht er von einer "Waffengleichheit" (wie theatralisch…) und will sogennante "Bundestrojaner" dazu einsetzen um Computer von Verdächtigen legal ausforschen zu können. Solche STASI-Methoden erinnern unweigerlich an "1984" oder "Demolition Man" und angesichts der Ausführungen des Herren Platter sucht man schon verzweifelt den nächsten Kotzkübel.

Das alles, wie auch die bald umgesetzte Vorratsdatenspeicherung, findet natürlich - wie in den letzten Jahren ständig - unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung statt. Da werden die Schauergeschichten der von Regierungen selbst inszenierten Terroranschläge immer weniger abwegig, alles nur mit dem Ziel die Bürger durchsichtig zu machen wie frisch geputzte Fensterscheiben. (Das ist an dieser Stelle natürlich eine maßlose Übertreibung..aber der Gedanke drängt sich irgendwie auf). Auf jeden Fall ist die medial geschürte Terrorangst ein gefundenes Fresse für alle Platters und Bushs unsere Privatsphäre ad absurdum zu führen.

Wer jetzt mal wieder mit dem Argument kommt "Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten", der soll bitte gleich sein Leben 24/7 ins Netz streamen. Das ist so eine abgelutschte und hirnlose Floskel, dass mir schon wieder übel wird (siehe zwei Absätze zuvor). Jedem seine Meinung und auch ich habe nichts "zu verbergen" aber es geht doch verdammt nochmal niemanden etwas an wo ich beispielsweise herumsurfe, wem ich was für E-Mails schreibe etc. (endlose Liste) Und wenn man ein bißchen weiterdenkt, muss man sich natürlich auch fragen: "Kann man den Personen hinter einem "Bundestrojaner" denn bedingungslos vertrauen bzw. will man das?" Natürlich kann man das Ganze als Kleinigkeit abtun und meine Zweifel (und glücklicherweise die vieler, vieler anderer Leute) als übertriebes Horrorszenario bezeichnen und doch behaupte ich Privatsphäre bzw. der persönliche, nicht-transparente Freiraum ist ein wichtiges Gut, keines das man leichtfertig aus der Hand geben darf. Genug schlechte Beispiele dazu sollten aus der Geschichte bekannt sein und eigentlich eine abschreckende Wirkung haben.

Folgendes treffendes Zitat musste ich heute zu dieser Thematik lesen:
"Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)

e premte, 29 qershor 2007

Google versus Microsoft

In der letzten Zeit war nun schon öfter über die Arbeitskultur und -bedingungen bei Google zu lesen. Gratis Essen, unzählige Freizeiteinrichtungen, eigene Buslinien etc. lassen uns gewöhnliche (österreichische) Arbeitnehmer, denen meist nicht mal ein gratis Kaffee gegönnt wird, vor Neid erblassen.

Dass diese „Arbeitserleichterungen“ nicht nur positiv sind – wie man auf den ersten Blick annehmen könnte – ist aber auch klar. Sie dienen mitunter natürlich dazu freiwillig soviel Zeit wie möglich für die Firma zu investieren und durch die Vielzahl an Angeboten das Unternehmen zum absoluten Lebensmittelpunkt zu machen. Das Ganze ist also ein zweischneidiges Schwert, denn für die Mitarbeiter sind der Einsatz und die Services verständlicher Weise angenehm und motivierend.

In diesem Zusammenhang ist von einem Ex-Google und Ex-Microsoft Mitarbeiter ein äußerst interessanter Blog-Eintrag entstanden wo dieser nach der Neuanstellung bei Microsoft ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudert und auf die Arbeitsbedingungen in beiden Firmen näher eingeht.

Hier der Link (englisch):
http://no2google.wordpress.com/2007/06/24/life-at-google-the-microsoftie-perspective/

Interessant sind auch unzähligen Kommentare zum Artikel.

Z.B.:

"I am working for an average of 9 hours per day in such a company… after that I just want to get out of there… be anywhere else but there. Whatever googles or another company does you can’t make people feel like the company is their home and feel comfortable “living” in there…
I have a couple of friends working for google right after college… during the first 3 months the company was almost their house… actually one of the guys told me that if he could sleep there he would have done that… the guys were going out of the company only to sleep….
BUT after this period of time they realized that they don’t have a personal life and started trying to have one…. Difficult….since people because of the culture of the company expect you to be almost 24/7 available. My friends are really frustrated with this now…."

e premte, 22 qershor 2007

Mittelalterfest in Baden bei Wien

Na endlich gab es in meinem Wohnort mal eine Veranstaltung die nicht ausschließlich für die Generation 60+ gedacht ist oder nur mit mindestens 2,0 Promille Alkohol im Blut überstanden werden kann.

Die Rede ist vom Badener Mittelalterfest, das am 16. und 17. Juni auf der Trabrennbahn veranstaltet wurde. Gemeinsam mit Freunden und meiner besseren Hälfte habe ich mich also samstagnachmittags dorthin aufgemacht. Im Vorfeld war ich doch sehr skeptisch, ob das ganze nicht nur mit ein paar kleinen Zelten und wenig Action getan war - trotz des doch stolzen Eintrittspreises von 10 Euro. Aber dem war dann doch nicht so: auf einem recht großen Areal (halber Trabrennplatz, falls das jemandem etwas sagt) gab es eine Bühne, einen riesigen Marktplatz mit unendlich vielen Ständen, einen Fressplatz (um dem Mittelalter zu entsprechen passt diese Bezeichnung ganz gut), einen Turnierplatz inkl. Tribüne, eine Ritterprüfung mit Bogenschießen etc., einen Münzprägestand und noch mehr (fast alles kostete aber extra!). Also das Angebot schien schon mal ganz gut - wenn auch überteuert - und auch die Menge an Besuchern war überraschend groß, wird also wohl nächstes Jahr wieder stattfinden.

Sehr auffallend waren sofort die vielen Verkleideten, die sich damit auch den Eintritt ersparten. Das sorgte für ein gutes Flair und teils auch für viel Staunen, denn hier waren Einige mit viel Liebe zum Detail am Werk.

Gleich nach Eintritt, gab’s dann dank guten Timings gleich mal ein Ritterturnier. Die Kostüme waren sehr schön, da hat man sich Mühe gegeben, die bis aufs Kleinste durchgeplante Dramaturgie und Choreographie war nun ja… ok (störend war es aber insbesondere, dass diese nur fünf Stunden später genauso wiederholt wurde). Lustig war es trotzdem und besonders den Kindern hat’s gefallen J

Als nächstes wurde der Markt inspiziert. Hier gab es wohl wirklich fast alles zu kaufen was das Ritterherz höher schlagen lässt: Trinkhörner, Gewand, Waffen, Rüstungen, Met, Schmuck, Geschirr…und noch vieles mehr. Die Preise waren insgesamt sehr durchwachsen, aber ein paar günstige Einkäufe ließen sich machen. Vor allem aber gab es aber viel zu sehen.

Auf der Bühne traten dann (alle zwei Stunden?) „die Tuivelsminnen“ auf, mit wortwörtlich „teuflichen Klängen aus dem Mittelalter“. Meins war’s nicht unbedingt, aber es trug insgesamt trotzdem positiv zur Stimmung bei. Nächstes Mal würde ich mir eine Band wie Menhir oder Equilibrium wünschen! J

Zum Abschluss unseres Besuchs gab’s dann noch einen nett gemachten Schaukampf gefolgt von der Wiederholung des Ritterturniers.

Uns hat es alles in allem gut gefallen, überhaupt fürs erste Mal war es doch mehr als in Ordnung. Trotzdem gäbe es noch viele Verbesserungsmöglichkeiten, was auf nächstes Jahr hoffen lässt.

Eine Anmerkung noch zum kulinarischen Angebot was zwar an sich gut war, mit Honigbier, Met und viel zum Essen. Trotzdem wären bei der brütenden Hitze 1-2 Stände mit Mineralwasser oder Ähnlichem wirklich nötig gewesen…hätte auch viel Geld gebracht.

Link: http://www.mittelalterfestbaden.at/

Fotos gibt’s natürlich auch!









e hënë, 18 qershor 2007

Bombiges Fernsehen in Tschechien

Nun jetzt ist anscheinend geklärt wo sich die europäische Hochburg des neuartigen Fernsehens befindet: in Tschechien. Denn was sich dort sonntags im Frühstücksfernsehen zugetragen hat war interaktives Fernsehen erster Güte!

Eine Gruppe tschechischer Künstler hackte sich in die Leitungen des tschechischen öffentlich-rechtlichen Senders CT2 und änderten das gezeigte Programm. Statt des üblichen äußerst unspektakulären Frühstücksfernsehens mit Bildern von Panoramakameras (dieser Art der Folterung bedient man sich ja auch bei uns auf ORF2) sah man plötzlich den Einschlag einer Atombombe inkl. obligatorischen Atompilzes. Wohl sehr zum Schrecken der vereinzelt zusehenden Personen ;)

Der Sender überlegt nun Anzeige zu erstatten. Tja...da verstehen wohl auch unsere Nachbarn keinen Spaß. Angesichts der Diskussionen um Temelin und der geplanten amerikanischen Raketenabfangstation könnte man doch eigentlich von einem originellen, kritischen Fernsehprogramm sprechen. Aber anscheinend sind solche Beiträge nicht das was man sich gemein hin als „Bürgerfernsehen“ vorstellt…eigentlich schade!

Video zu sehen unter: http://www.youtube.com/watch?v=MzaN2x8qXcM/

e shtunë, 16 qershor 2007

Ausblick: Starcraft 2

Die Ankündigung von Starcraft 2 verzückte weltweit die Spielergemeinschaft. Dass Blizzard sich auf alte Stärken bezieht anstatt sich weiter im Markt der MMORPGS dumm und blöd zu verdienen (dass sie das jetzt tun ist, wenn man sich die Anzahl an Verkäufen und Accounts von World of Warcraft ansieht kaum zu bestreiten) ist ihnen doch hoch anzurechnen. Mal ganz davon abgesehen, dass auch mit Starcraft 2 die Kassen bei Blizzard Entertainment klingeln werden, aber eine Spieleschmiede ist ja auch keine Wohlfahrt, was auch niemand verlangen würde.

Jedenfalls hat auch mich die Ankündigung der Fortsetzung dieses Erfolgsspiels sehr gefreut. Starcraft - und das ist jetzt schon 10 (zehn!) Jahre her – war schließlich das erste Computerspiel, welches mich wirklich monatelang fesseln konnte und auch das erste Spiel, das den Onlinewettkampf zum Mittelpunkt hatte. Seit diesem Zeitpunkt können mich auch die wenigsten Singeplayer Spiele lange vor den Monitor halten, denn online gegen andere oder mit anderen zu spielen ist einfach etwas ganz anderes.

Wirft man jetzt einen Blick auf die ersten Videos und Screenshots (zu sehen auf http://eu.starcraft2.com/ oder hier rechts im YouTube-Kasten) sieht das alles schon verdammt gut aus. Die Grafik ist zwar nicht umwerfend aber zweckmäßig; sie ist klar, kontrastreich, übersichtlich und wirkt sehr angenehm. Das ist genau das was ein ordentliches Strategiespiel braucht, denn für realitätsnahe oder atemberaubende Grafik gibt es andere Genres. Der zweite Vorteil daran ist, dass Starcraft 2 auch auf nicht so leistungsstarken Rechnern funktionieren wird und das sorgt für eine breite Spielerbasis. Hier war man also mit viel Verstand an der Sache. Böswillig könnte man natürlich auch sagen, dass Spiele von Blizzard grafisch noch nie herausragend waren ;)

Von der Balance, dem Spielgefühl und vor allem auch dem neuen Battle.net ist noch nicht allzu viel bekannt bzw. kann man diese Dinge jetzt noch nicht beurteilen. Die neuen Einheiten – soweit bekannt - wirken aber vernünftig und auch ansonsten kann man sich meiner Meinung nach beruhigt zurücklehnen und die Entwickler ihre Arbeit tun lassen, ohne Angst haben zu müssen, dass es kein Knüller wird.

Ich freu mich jedenfalls schon, auch wenn ich mich zwischenzeitlich wohl mit dem Diablo-Konkurrenzprodukt Hellgate:London trösten werde! ;)

e enjte, 14 qershor 2007

Kino-Review: Inland Empire

Schon über eine Woche ist es her, dass ich mir Zeit für den neuen Film von David Lynch genommen habe (war ja auch nur eine Woche lang in zwei österreichischen Kinos zu sehen…) und verstanden habe ich ihn – wie zu erwarten war – natürlich immer noch nicht. Die reine Verständnisfrage möchte ich hier auch gar nicht stellen, denn ich denke den Film in ein logisches Konstrukt mit Hand und Fuß zu verwandeln ist nicht möglich und vor allem auch nicht von Herrn Lynch gedacht.

Deswegen möchte ich nur ein paar Sätze zu diesem Film sagen, um ihm vor allem die verdiente Erwähnung zu schenken, denn ich kann nicht leugnen: er hat mich doch bewegt und noch mehr beschäftigt. Denn wer schafft es schon jemanden drei Stunden lang (bis auf einige kurze Hänger) gebannt auf die Leinwand schauen zu lassen um die teils wirrsten und verrücktesten Bilder - und vor allem auch Töne bzw. Musik …ja ich weiß schon die sieht man nicht auf der Leinwand J – zu verfolgen und sich dabei alle zwei Minuten zu denken: „Was zum Teufel?“. Dieses Privileg teilt sich David Lynch wohl nur mit wenig anderen Personen dieses Planeten.

Um dem ganzen noch eine kritische Note zu verleihen: Wer Lynch kennt und schätzt (ich hab aber selbst noch nicht alle Filme gesehen) oder sich einfach mal einen Film abseits vom Einheitsbrei ansehen möchte und dabei mit viel Surrealismus und Hasen (hah!) Leben kann dem kann ich den Film nur ans Herz legen! Wer das nicht kann - was ja keine Schande sein muss - der sollte die drei Stunden besser anders investieren. Review war das zwar nicht unbedingt eines - zumindest kein wirklich aussagekräftiges - aber ich werde mich bemühen das nächstes mal besser zu machen!

Ach und sollte doch jemand über Interpretationen und Deutungen diskutieren wollen, der sei dazu nur herzlich eingeladen, denn Spaß macht das ja dann doch ;)